Shimshal, Braldu Glacier, Pakistan, 16.04.2013

Tamara und Hansjoerg Lunger
Tamara und Hansjörg Lunger sind seit mehreren Wochen unterwegs in der Einsamkeit der Gletscher Pakistans und haben am vergangenen Wochenende Tamaras Traum erfüllt: die Besteigung zweier unbestiegener Berge.
Die vierköpfige Gruppe um Tamara und Hansjörg Lunger und den zwei österreichischen Kameramännern Matthias Aberer und Stefan Fritsche ist nun seit dem 31. März 2013 mit Pulkas (gezogene Schneeschlitten) auf dem Braldu- Gletscher in Pakistan unterwegs. Am Anfang schien das Unterfangen nahezu erfolglos, da sich der Gruppe große Gletscherspalten und riesige Eisbrüche in den Weg stellten und ein Annähern an die Berge fast unmöglich machte. Trotzdem konnte die Gruppe am 10. April einen ersten Akklimatisierungsberg (5619m) im Braldu-Gebiet besteigen.

Neue Motivation machte sich breit und alle Aufmerksamkeit galt nun zwei unbestiegenen bergen in einem Seitental des Braldu Glaciers. Mit zwei Pulkas startete die Gruppe um Tamara Lunger in das Tal und wollte in zwei Tagen ein Basislager für beide Berge einrichten. Kurz vor Erreichen des Passes stellte sich ihnen aber eine 150m hohe steile Wand in den weg. Um die Mittagszeit – schon nicht ungefährlich – stiegen Tamara und Hansjörg noch hoch, Matthias und Stefan bevorzugten ein Lager unterhalb der Wand. Die beiden Kameramänner schlossen am 13.04. zu den zwei Gummerern auf, und es ging los Richtung ersten unbestiegenen Gipfel, der laut Karte 6360m sein sollte.
Ein anfängliches Flachstück führte wiederum zu Spalten und eisigem Gelände. Abwechselnd mit Ski, Steigeisen und Pickeln bewegte sich die Gruppe langsam Richtung Gipfel. Die Spalten schienen kein Ende zu nehmen und verzögerten bzw. erschwerten den Aufstieg. Am Samstag,13. April 2013 um 14:45 Uhr Ortszeit erreichte die vierköpfige Gruppe dann den Gipfel und konnten eine Skiabfahrt vom Gipfel bis zum Lager machen.
Am Tag darauf, Sonntag, 14. April 2013, wollten die Bergsteiger gleich den zweiten unbestiegenen Berg mit der Höhe von 6467 m in Angriff nehmen. Diesmal entschied sich die Gruppe in Zweierteams aufzusteigen. Tamara und Hansjörg machten den Weg durch die Spaltenzone ausfindig. Nach einer langen Skipassage folgte steileres Gelände an einem Grat mit teils eisigen Stellen. Das Schlussstück gingen die Südtiroler dann wieder mit Skiern und konnten um 12:30 Uhr Ortszeit den knapp 6500 Meter hohen Gipfel erreichen. Die zwei Kameramänner schlossen wenig später auf.
Überglücklich kehrten die 4 Abenteurer am selben Tag in das Lager auf 5200m zurück. Nach einem Rasttag geht es in den nächsten Tagen weiter Richtung Lupke La Pass, von wo aus weitere Berge bestiegen werden sollen.
Tamara Lunger: „Ich bin einfach überwältig und überglücklich, dass wir nun, nach den vielen anfänglichen Schwierigkeiten, gleich zwei unbestiegene Berge in zwei aufeinander folgenden Tagen geschafft haben. Ich bin so dankbar, dieses große Abenteuer und diese für mich so bedeutenden Momente gemeinsam mit meinem Vater Hansjörg erleben zu dürfen. Diese Vater-Tochter-Teamarbeit ist für mich fürwahr etwas sehr Besonderes. Und jetzt freue ich mich auf unsere Weiterreise Richtung Lupke La, ganz gespannt, auf das, was wir hier inmitten dieser wunderschönen, einzigartigen Bergwelt noch alles erleben dürfen!“
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